Kontroversen

Vegan ist Weg und Ziel

Vegan ist kein einheitlich-monolithisches Konsummuster, sondern es treten zwischen Veganern Unterschiede auf, in welchem Ausmaß sie in welchen Bereichen auf eine strikte Vermeidung von Tierprodukten achten. Während beispielsweise alle Veganer kein Fleisch, keinen Fisch, keine Milch und keine Eier konsumieren, achtet nach einer unserer Umfragen nur ein Viertel auf die Vermeidung von Produkten mit kaseinhaltigen Etiketten. Darüberhinaus zeigt unsere Umfrage, dass der Strengegrad der Vermeidung von Tierprodukten mit der Dauer der veganen Lebensweise zunimmt. Vegan ist somit Weg und Ziel zugleich, wobei die Ursache für die Schwierigkeiten bei der Vermeidung aller Tierprodukte nicht bei Veganern zu suchen ist, sondern bei der tierausbeutenden und tiernutzenden Gesellschaft, die selbst ein urveganes Produkt, wie Obst, noch mit ihren Tierprodukten versetzt. Es sollte Veganern durch die vegane Community zugestanden werden, dass sie die Bereiche ihrer Aufmerksamkeit zunächst fokussieren und erst schrittweise in ihrem individuellen Tempo über den Verlauf ihrer veganen Lebensweise ausdehnen. Nur wenn wir ein solches Maß an positiver Bestätigung und Akzeptanz zeigen, kann es gelingen, die vegane Lebensweise weiter zu verbreiten und ihr Ziel einer tiernutzungsfreien Gesellschaft einstmals in der Zukunft zu erreichen. Gerade in Zeiten, in denen unsachliche und unqualifizierte Angriffe auf die vegane Lebensweise als Gegenreaktion zunehmen, ist es wichtig, dass die vegane Community den Eindruck von Solidarität und Akzeptanz und nicht von nihilistischer Selbstzerfleischung vermittelt.

Studie: Vegan für Hunde und Katzen offenbar nicht mit Gesundheitsschäden verbunden

Können Katzen und Hunde gesund vegan ernährt werden? Eine aktuelle Diplomarbeit scheint diese Frage positiv zu beantworten. Das Thema bleibt aber innerhalb und außerhalb der veganen Diskussion kontrovers und weitere Untersuchungen sind wünschenswert. Erfreulicherweise soll die Thematik der Diplomarbeit offenbar in einem umfangreicheren Forschungsprojekt im Rahmen einer Promotion fortgesetzt werden.

Steht der Veganismus politisch links?

Der ethische Veganismus ist politisch nicht neutral, sondern ist als Teil der politischen Linken einzuordnen, da er grundlegende gesellschaftliche Veränderungen im Sinne einer Überwindung von Ausbeutung und Unterdrückung von Menschen und Tieren anstrebt. Zudem zeigen, allerdings nur sehr spärlich vorliegende, empirische Befunde, dass ethisch motivierte Veganer und Vegetarier im Vergleich zu Fleischessern tatsächlich in weniger ausgeprägtem Ausmaß recht gerichtetes politisches Denken aufweisen. Diese Charakterisierungen gelten allerdings vermutlich nur für den ethisch motivierten Veganismus, während sogenannte Ernährungsveganer durchaus nicht notwendigerweise politisch links stehen müssen.

Vegane Ernährung von Hunden und Katzen

Die Fragestellung der vegetarischen oder veganen Ernährung von eigentlich Fleisch essenden Haustieren, wie Hunden und Katzen, wird kontrovers diskutiert. Gibt es bereits bei Veganern unterschiedliche Ansichten, stößt bei vielen Fleischessern oft bereits die Sachlage, dass die Frage überhaupt gestellt wird, auf Unverständnis und Empörung. Schnell wird der Vorwurf der Tierquälerei erhoben.

Lebte Amokläufer Adam Lanza vegan?

In einem Interview mit einem Freund der Mutter des US-amerikanischen Amokläufers Adam Lanza wird berichtet, dass dieser vegan gelebt habe. Es bleibt abzuwarten, ob sich tatsächlich herausstellen sollte, dass Adam Lanze keinerlei tierische Produkte konsumierte. Unabhängig von dem Ergebnis, bleibt festzuhalten, dass dieser offensichtlich emotional tiefgreifend gestörte Heranwachsende mit seinem Amoklauf gegen alle Grundprinzipien der veganen Lebensweise verstoßen hat.

CDU-Politiker vergleicht Veggietag mit Nationalsozialismus

Der CDU-Politiker und ehemalige NRW Landtagsabgeordnete Josef Rickfelder hat den Veggietag mit dem nationalsozialistischen Eintopftag gleichgesetzt. Bereits zuvor hatte der FDP Vorsitzende Rösler den Veggietag als Angriff auf die Freiheit tituliert. Deutlich wird ein komplettes Unverständnis über die negativen ökologischen, sozialen und tierleidbezogenen Folgewirkungen des exzessiven Fleischkonsums in den westlichen Industrieländern. Die VEBU ruft zur Unterzeichnung einer Protestresolution im Internet auf.

Bei Tierausbeutern kaufen? Ein Dilemma für Veganer

Vegan lebende Menschen wollen durch ihre Lebensweise eine Überwindung der Tierausbeutung erreichen. Allerdings beziehen sie ihre Produkte oft von Herstellerfirmen und bei Händlern, die ihrerseits von der Tierausbeutung profitieren. Hieraus ergibt sich ein Dilemma, welches nicht durch einfache Boykottaufrufe lösbar ist.

Wenn die ethische Basis fehlt: Twitter Gründer Jack Dorsey isst gerne viel Fleisch

Twitter Gründer Jack Dorsey hat von einer pflanzenbasierten, veganen, ökologisch verträglichen, sozialen und tierfreundlichen Ernährung zu einer Ernährung mit viel Fleisch, Umweltzerstörung und Tierleid gewechselt. Das schlechte Beispiel des Jack Dorsey macht deutlich, dass es wichtig ist, bei der Verbreitung des Veganismus immer auch die ethische Basis zu vermitteln, um eine ausreichende Stabilität der Entscheidung für die vegane Lebensweise gewährleisten zu können. Fehlt die ethische Basis, neigen Menschen dazu, wie Jack Dorsey zu sein, heute gerne vegan und morgen lieber Fleisch zu essen.

Metzger Michael Spahn: Ein Veganer, der Fleisch verkauft?

Bio-Metzger Michael Spahn verkauft Tierfleisch und vegane Produkte. Bald will er einen “veganen Laden” eröffnen, in dem es neben veganen Lebensmitteln auch Gulasch oder Braten aus Tieren geben soll. Das sei eine Frage der Toleranz. Wie ist dieser Trend, den Michael Jahn beispielhaft praktiziert, aus veganer Sichtweise zu bewerten?