Tierrechte

Carsten Otte: Eine unaufgeklärte Glosse zum Veganismus

Immer wieder begegnen wir Artikeln in den Medien über die vegane Ernährungsweise, die voller Irrtümer und Aufklärungsdefizite sind. Ein besonders extremes Beispiel ist eine neuerliche Glosse bei Focus-Online des Autors Carsten Otte, der sich allerdings als aufgeklärter Carnist betrachtet. Wir stellen seine Irrtümer richtig.

Argentinien: Gericht erkennt Orang-Utan als “nicht-menschliche Person” an

Erstmals hat ein Gericht in Argentinien einem Orang Utan Personenrechte zugestanden. Die Beendigung der unrechtmäßigen Inhaftierung von Sarah in eine Zoo wurde angeordnet. Bleibt dies Urteil bestehen und gelingt es, die Urteilsgültigkeit auf weitere Tierarten auszudehnen, könnte dies ein entscheidender Meilenstein auf de Weg zu einer veganen Gesellschaft sein.

Steht der Veganismus politisch links?

Der ethische Veganismus ist politisch nicht neutral, sondern ist als Teil der politischen Linken einzuordnen, da er grundlegende gesellschaftliche Veränderungen im Sinne einer Überwindung von Ausbeutung und Unterdrückung von Menschen und Tieren anstrebt. Zudem zeigen, allerdings nur sehr spärlich vorliegende, empirische Befunde, dass ethisch motivierte Veganer und Vegetarier im Vergleich zu Fleischessern tatsächlich in weniger ausgeprägtem Ausmaß recht gerichtetes politisches Denken aufweisen. Diese Charakterisierungen gelten allerdings vermutlich nur für den ethisch motivierten Veganismus, während sogenannte Ernährungsveganer durchaus nicht notwendigerweise politisch links stehen müssen.

Tierrechtler kritisieren Tierversuchgegner

Die Tierrechtlergruppe Maqi – für Tierrechte, gegen Speziesismus – wendet sich am heutigen Tag des Versuchtieres gegen eine einseitige Fokussierung auf die im Vergleich zu der weltweit massenhaften Quälung und Tötung von Nutztieren geringere Anzahl an Tieren, die von Tierversuchen betroffen sind. Ohne die Notwendigkeit der Abschaffung der Tierversuche in Zweifel zu ziehen, wird darauf verwiesen, dass erst eine vegane Gesellschaft Tierrechte durchsetzen und die Barbarei abschaffen kann, die den Umgang des Menschen mit den Tieren kennzeichnet.

Tierschutzpartei in Türkei gegründet

In der Türkei hat sich soeben eine Tierschutzpartei gegründet. Anschließend an durchaus vorhandenen Traditionen, die die Notwendigkeit des Schutzes der Tiere betonen, stellt sich die Partei auf einen langen Weg ein, um die Missachtung des Tieres, die sich in der türkischen wie in allen Gesellschaften findet, zu überwinden.

PETA klagt in Kansas gegen Ausstrahlungsverbot von Schlachthausvideo

PETA klagt in Kansas gegen ein teilweises Aufführverbotes des Filmes “Glass Walls” auf einer Messer. Der Film zeigt die Brutalität in Schlachthäusern und soll nach dem Willen der Messeverantwortlichen nur in einem von außen beim Vorbeigehen nicht einsehbaren Raum gezeigt werden dürfen. Derweil versucht die Landwirtschaftsindustrie in den Vereinigten Staaten mit zunehmenden Erfolg, die Macher solcher Undercover-Filme zu kriminalisieren, um zu verhindern, dass die Öffentlichkeit beim Konsum von Tieren und Tierprodukten ein schlechtes Gewissen entwickelt.

Sprechen wir über Tiere wie über Menschen, behandeln wir sie besser

In einem Artikel im Journal of Experimental Social Psychology zeigen die Psychologen Butterfield, Hill [&] Lord (2012) anhand von zwei Experimenten auf, dass wir die Behandlung von Tieren durch den Menschen offenbar insbesondere dann verbessern können, wenn wir beginnen, über Tiere menschlicher zu reden. Verwenden wir eine ganz andere Sprache für das Verhalten und Erleben von Tieren als von Menschen, stärken wir Tendenzen zur schlechten Behandlung von Tieren durch den Menschen. Verwenden wir aber ähnliche Beschreibungen für Tiere wie für uns Menschen, regen wir einen friedfertigen, zugewandten und hilfeleistenden Umgang mit Tieren an.

Temple Grandin: Ein Leben für die Tiere oder für die Fleischindustrie?

Temple Grandin ist eine US amerikanische Professorin, die wie kaum ein anderer Wissenschaftlicher ihre akademische Laufbahn der Erforschung des Schlachtprozess es gewidmet hat. Zahlreiche Modifikationen von Tötungsmethoden wurden auf der Basis ihrer Forschungsergebnisse und ihrer öffentlichkeitswirksamen Tätigkeit eingeführt, um den Stress der Tiere während der Schlachtung zu reduzieren. Sie ist Preisträgerin von PETA, aber sie sitzt ebenso in zahlreichen Gremien der Fleischindustrie. Sie setzt sich nicht für eine vegetarische oder vegane Ernährung ein, sondern für ein leidgemindertes Schlachten. Wie ist ihr Lebenswerk aus veganer Sichtweise zu bewerten?