Alltag & Informationen

Kategorie: Alltag & Informationen | 495 Beiträge

Darum müssen Veganer für Flüchtlinge einstehen

Die vegane Lebensphilosophie will Schutz- und Solidaritätsräume über die Artgrenzen hinaus ausdehnen, anerkennt dabei aber selbstverständlich im uneingeschränkten Sinne die Gültigkeit der Menschenrechte. Wer vegan lebt, möchte nicht mehr Schutz- und Lebensrechte für Tiere und weniger für Menschen, sondern mehr Schutz- und Lebensrechte für Menschen und Tiere. Es geht der veganen Lebensphilosophie um eine besserer, leidärmere und gerechtere Welt. Der Schutz des Lebens und die Befreiung von Nutzung und Ausbeutung steht im Mittelpunkt des Veganismus und betrifft Menschen wie Tiere. Mithilfe der veganen Lebensweise stellen sich Menschen bewusst an die Seite der Schwachen und treten für eine Neugestaltung der menschlichen Lebensweise auf der Basis von Mitgefühl und Gerechtigkeit ein. Mit Fremdenfeindlichkeit ist vegan daher unvereinbar und der Platz aller Veganer kann nur an der Seite der Flüchtlinge sein, die sich einer gnadenlosen und kaltherzigen Abschottungspolitik durch die Staaten Westeuropas ausgesetzt sehen.

Vegan ist Weg und Ziel

Vegan ist kein einheitlich-monolithisches Konsummuster, sondern es treten zwischen Veganern Unterschiede auf, in welchem Ausmaß sie in welchen Bereichen auf eine strikte Vermeidung von Tierprodukten achten. Während beispielsweise alle Veganer kein Fleisch, keinen Fisch, keine Milch und keine Eier konsumieren, achtet nach einer unserer Umfragen nur ein Viertel auf die Vermeidung von Produkten mit kaseinhaltigen Etiketten. Darüberhinaus zeigt unsere Umfrage, dass der Strengegrad der Vermeidung von Tierprodukten mit der Dauer der veganen Lebensweise zunimmt. Vegan ist somit Weg und Ziel zugleich, wobei die Ursache für die Schwierigkeiten bei der Vermeidung aller Tierprodukte nicht bei Veganern zu suchen ist, sondern bei der tierausbeutenden und tiernutzenden Gesellschaft, die selbst ein urveganes Produkt, wie Obst, noch mit ihren Tierprodukten versetzt. Es sollte Veganern durch die vegane Community zugestanden werden, dass sie die Bereiche ihrer Aufmerksamkeit zunächst fokussieren und erst schrittweise in ihrem individuellen Tempo über den Verlauf ihrer veganen Lebensweise ausdehnen. Nur wenn wir ein solches Maß an positiver Bestätigung und Akzeptanz zeigen, kann es gelingen, die vegane Lebensweise weiter zu verbreiten und ihr Ziel einer tiernutzungsfreien Gesellschaft einstmals in der Zukunft zu erreichen. Gerade in Zeiten, in denen unsachliche und unqualifizierte Angriffe auf die vegane Lebensweise als Gegenreaktion zunehmen, ist es wichtig, dass die vegane Community den Eindruck von Solidarität und Akzeptanz und nicht von nihilistischer Selbstzerfleischung vermittelt.

Dümmer geht es nicht: Antiveganer Irrläufer in der WELT

In der WELT schreibt ein Kommunikationsberater eine Liste an Vorurteilen über die vegane Ernährung zusammen. Vegan sei eine Mangelernährung und nicht mit sportlichen Leistungen vereinbar. Dies liest man dort gerade jetzt, wo der vegane Ultramarathonläufer Scott Jurek den Weltrekord für den Appalachian Trail gebrochen hat. Außerdem weiß der Autor zu berichten, dass nur eine verschwindend kleine Minderheit der Veganer aus ethischen Gründen vegan lebe! Meinungsfreiheit und -vielfalt sind zu achten, aber die WELT sollte sich schämen, einem derartig uninformierten Autor durch die Veröffentlichung einer Liste von Dummheiten eine Plattform zur Selbstdemontage geboten zu haben. Bei aller Kritik wird auch Atilla Hildmann wohl Unrecht getan, wenn sich der Autor dieser Ansammlung unsinniger Textteile gegen Ende seines Konvolutes geradezu überschwenglich bei diesem bedankt und versichert, dessen Meinung zu teilen.

Anerkennung veganer Ernährung: Petition an die Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Eine Online-Petition appelliert an die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), ihre kritische Haltung zur veganen Ernährung von Schwangeren, Stillenden und Kindern aufzugeben. Wir haben bei der DGE nachgefragt und leider eine enttäuschende Antwort erhalten. Dennoch besteht die Hoffnung, dass die DGE ihre derzeit noch ablehnende Haltung schrittweise revidieren wird. Hierzu mag auch die Petition einen Beitrag leisten.

Umfrage: Welche Religionen fördern besonders den Fleischkonsum?

Eine neuerliche Umfrage zeigt, dass vielen Menschen bewusst ist, dass gerade in Ländern mit christlicher Mehrheitsbevölkerung besonders viel Fleisch konsumiert wird. Jedes arrogante Auftreten im Namen von Veganismus und Tierschutz gegenüber Gesellschaften mit anderen Mehrheitsreligion ist insofern komplett unangemessen. Die Umfrageergebnisse zeigen erfreulicherweise, dass Positionen, die im Namen der veganen Lebensweise oder des Tierschutzes Einzelreligionen aussondern oder Fremdenfeindlichkeit verbreiten wollen, offenbar nur eine Minderheit darstellen. Für die weitere Verbreitung der veganen Lebensweise ist es wichtig, dass dieser fremdenfeindlichen Minderheitenposition im veganen Diskurs kein Raum gelassen wird und stattdessen auf eine weltweite solidarische Zusammenarbeit aller vegan lebenden Menschen für eine künftige vegane Gesellschaft gesetzt wird.

Liebe zwischen Veganern, Vegetariern und Fleischessern?

Gemeinsam mit unserer Online-Dating-Plattform www.Gleichklang.de haben wir Veganer gefragt, ob sie sich Sex oder eine Partnerschaft mit Vegetariern oder Fleischessern vorstellen können. An der Umfrage beteiligten sich 1704 Frauen und 511 Männer im Alter von 16 bis 89 Jahren. Alle Befragten lebten vegan und hatten entsprechend angekreuzt, kein Fleisch, keinen Fisch, keine Eier und keine Milchprodukte zu konsumieren. In diesem Artikel berichten wir über die Ergebnisse.

Konsum von Tieren weltweit: Keinerlei Grund für westliche Überheblichkeitsgefühle

Unsere Analyse des Konsums tierischer Produkte in 187 Ländern zeigt, dass es für westliche Arroganz keine Berechtigung gibt. Denn der Fleischkonsum ist in Ländern mit “christlich-jüdischer Leitkultur” besonders hoch, während er beispielsweise in stärker islamisch geprägten Ländern erheblich geringer ist. So wurden in der Bundesrepublik Deutschland 2011 durchschnittlich 87,92 Kg pro Person konsumiert, während der entsprechende Konsum in der Türkei lediglich bei 33,43 Kg lag. Diese und weitere Unterschiede lassen sich nicht nur mit dem Wohlstandsgefälle erklären, auch wenn wachsender Wohlstand mit einer Zunahme des Konsums von Fleisch, Fisch, Eiern und Milch einhergeht. Da der Konsum von Tierprodukten der Hauptantreiber für Tierausbeutung und Tierleid ist, gibt es für Personen aus dem “westlichen Kulturkreis” keinerlei Grund, ihre Kritik vorwiegend auf andere Kulturkreise zu fokussieren, auch wenn es richtig ist, dass derzeit in keiner Kultur eine vegane Gesellschaftsausrichtung vorliegt. Der Veganismus sollte sich darauf konzentrieren, an einem Abbau der Nutztierhaltung zu arbeiten und sich dabei jedem Ansatz von Fremdenfeindlichkeit und kulturellem Überlegenheitsgefühl zu verweigern. Von zentraler Bedeutsamkeit wird dabei ebenfalls sein, die Botschaft zu vermitteln, dass Wohlstand sich nicht in Fleischkonsum und den Konsum anderer tierischer Produkte umsetzen muss.

Umfrage: “Das Fleisch und die Religionen”

Fleischkonsum ist in der Diskussion. Aber wie halten es die verschiedenen Religionen mit dem Fleisch? Essen Mitglieder bestimmter Religionen besonders viel und andere besonders wenig Fleisch? Wie sieht es in Ländern aus, wo eine Religion in der Mehrheit ist? Wir wollen wissen, was über diese Thematik gedacht wird und werden die Ergebnisse im Anschluss in einem Artikel auf vegan.eu mit der Realität vergleichen: Hier zur Umfrage!

Vegan ist das Gegenteil von extrem

Eine Kritik an der veganen Lebensweise lautet “vegan ist zu extrem”. Aber in Wirklichkeit ist der Veganismus darauf ausgerichtet, extreme Handlungen zu vermeiden. Vegan ist objektiv betrachtet der Gegenpol zum Extremismus der fleischessenden Gesellschaft. Aber die Mitglieder der fleischessenden Gesellschaft blenden die Extremität der durch sie vollzogenen Gewalt- und Tötungsakte aus. Im Rahmen eines Denkfehlers nehmen sie ausgerechnet die Moderatheit der veganen Lebensweise als Ausdruck von Extremheit wahr.

Skandal-Urteil in Italien: Richter verordnet Kind Fleisch

Im italienischen Bergamo hat ein Richter ein Skandal-Urteil gesprochen: Eine Mutter muss ihrem Sohn Fleisch zu essen geben, obwohl die Mutter dies aufgrund ihrer veganen Lebensweise ablehnt. Wahrscheinlich wird das absurde Urteil keine Schule machen, aber es ist ein Warnsignal, gegenüber Diskriminierung und Vorurteilen wachsam zu bleiben. Das Urteil zeigt gleichzeitig, was passieren könnte, wenn sich in Deutschland die als extrem konservativ bekannte Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) mit ihren unbegründeten Warnungen vor einer veganen Kinderernährung durchsetzen würde.